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Emotionale Überflutung

Wenn zu viel Gefühl zu schnell kommt – und du dich selbst verlierst. Was dabei im System passiert und wie du wieder in Kontrolle kommst, ohne dich zu betäuben.

🔎 Ausführlich🧩 Verständlich🕊 Ohne Fachchinesisch❤️ Aus der Praxis

Was dich in diesem Artikel erwartet

  1. Der entscheidende Unterschied
  2. Was Überflutung wirklich ist
  3. Frühe Warnzeichen
  4. Typische Reaktionen (die du später bereust)
  5. Was wirklich hilft
  6. Ein 3-Stufen-Plan
  7. Nachsorge: was du nach einem Ausbruch brauchst

Emotionale Überflutung bedeutet nicht „zu emotional“. Sie bedeutet: Dein System kann die Intensität gerade nicht mehr verarbeiten – und schaltet auf Notfallmodus.

Der entscheidende Unterschied

Gefühle sind normal. Überflutung ist ein Zustand, in dem dein Nervensystem die Steuerung übernimmt. Dann wird aus Gefühl: Druck. Drang. Notwendigkeit zu handeln.

Was Überflutung wirklich ist

Überflutung ist ein schneller Anstieg innerer Aktivierung. Du bist nicht „dramatisch“ – dein System ist überlastet. Denken wird eng, Impulse werden laut.

Merksatz

Überflutung ist kein Charakter. Überflutung ist ein Zustand.

Frühe Warnzeichen

inneres Ziehen • schneller Atem • Druck im Brustkorb • Kopfkino • „Ich muss jetzt“ • Zittern • Hitze • Reizbarkeit • plötzliche Härte

Typische Reaktionen (die du später bereust)

schreien • weinen • Vorwürfe • Blockieren • Schluss machen • lange Texte • kontrollieren • Selbstabwertung („Ich bin kaputt“) • impulsive Entscheidungen

Das passiert nicht, weil du willst – sondern weil dein System Sicherheit erzwingen will.

Was wirklich hilft

1) Pause statt Klärung

Klärung im Alarm ist Benzin. Pause ist Wasser.

2) Ein Satz statt zehn

„Ich bin überflutet. Ich brauche 20 Minuten. Ich komme wieder.“

3) Körper zuerst

Nicht „denken“ – sondern Aktivierung runter. (Wärme, Wasser, Bewegung, frische Luft, Sitzposition, langsamer Atem – das ist Biologie, kein Esoterik.)

Ein 3-Stufen-Plan

Stufe 1: Stop

Handlung sofort pausieren. Nichts entscheiden. Keine langen Nachrichten.

Stufe 2: Runter

10–20 Minuten Regulation: Körper beruhigen, Umgebung wechseln, Reize reduzieren.

Stufe 3: Kontakt

Erst wenn Aktivierung runter ist: Thema in 1–2 Sätzen, nicht als Angriff.

Nachsorge: was du nach einem Ausbruch brauchst

Viele schämen sich nach Überflutung. Aber Scham hält dich im Kreislauf. Besser: „Mein System war überlastet. Was kann ich daraus lernen?“

Kernidee

Überflutung wird seltener, wenn dein System Sicherheit erlebt: durch Pausen, klare Bitten, kleine Rituale und weniger Selbstangriff nach Fehlern.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine Diagnose oder Psychotherapie. Er dient der Orientierung und Psychoedukation.

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