Border Allein Akademie • Verstehen
Wenn zu viel Gefühl zu schnell kommt – und du dich selbst verlierst. Was dabei im System passiert und wie du wieder in Kontrolle kommst, ohne dich zu betäuben.
Emotionale Überflutung bedeutet nicht „zu emotional“. Sie bedeutet: Dein System kann die Intensität gerade nicht mehr verarbeiten – und schaltet auf Notfallmodus.
Gefühle sind normal. Überflutung ist ein Zustand, in dem dein Nervensystem die Steuerung übernimmt. Dann wird aus Gefühl: Druck. Drang. Notwendigkeit zu handeln.
Überflutung ist ein schneller Anstieg innerer Aktivierung. Du bist nicht „dramatisch“ – dein System ist überlastet. Denken wird eng, Impulse werden laut.
Überflutung ist kein Charakter. Überflutung ist ein Zustand.
inneres Ziehen • schneller Atem • Druck im Brustkorb • Kopfkino • „Ich muss jetzt“ • Zittern • Hitze • Reizbarkeit • plötzliche Härte
schreien • weinen • Vorwürfe • Blockieren • Schluss machen • lange Texte • kontrollieren • Selbstabwertung („Ich bin kaputt“) • impulsive Entscheidungen
Das passiert nicht, weil du willst – sondern weil dein System Sicherheit erzwingen will.
Klärung im Alarm ist Benzin. Pause ist Wasser.
„Ich bin überflutet. Ich brauche 20 Minuten. Ich komme wieder.“
Nicht „denken“ – sondern Aktivierung runter. (Wärme, Wasser, Bewegung, frische Luft, Sitzposition, langsamer Atem – das ist Biologie, kein Esoterik.)
Handlung sofort pausieren. Nichts entscheiden. Keine langen Nachrichten.
10–20 Minuten Regulation: Körper beruhigen, Umgebung wechseln, Reize reduzieren.
Erst wenn Aktivierung runter ist: Thema in 1–2 Sätzen, nicht als Angriff.
Viele schämen sich nach Überflutung. Aber Scham hält dich im Kreislauf. Besser: „Mein System war überlastet. Was kann ich daraus lernen?“
Überflutung wird seltener, wenn dein System Sicherheit erlebt: durch Pausen, klare Bitten, kleine Rituale und weniger Selbstangriff nach Fehlern.