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Die innere Leere

Warum Leere kein „Defekt“ ist – sondern oft ein Schutzmechanismus. Und weshalb du dich manchmal wie abgeschnitten fühlst, obwohl in dir eigentlich so viel passiert.

🔎 Ausführlich 🧩 Verständlich 🕊 Ohne Fachchinesisch ❤️ Aus der Praxis

Was dich in diesem Artikel erwartet

  1. Der entscheidende Unterschied
  2. Was „innere Leere“ wirklich ist
  3. Warum dein System Leere erzeugt
  4. Wie sich Leere anfühlen kann (verschiedene Formen)
  5. Typische Auslöser im Alltag
  6. Warum Leere oft falsch verstanden wird
  7. Was wirklich hilft (ohne Phrasen)
  8. Ein Praxis-Plan für die nächsten 7 Tage

Leere ist selten „nichts“. Leere ist oft: zu viel – und dein System reduziert, um dich zu schützen.

Der entscheidende Unterschied

Viele denken, Leere bedeutet Gefühllosigkeit. Aber in der Praxis ist es oft das Gegenteil: Dein System war überfordert – und hat die Lautstärke runtergedreht.

Nicht, weil du „kaputt“ bist. Sondern weil dein Nervensystem gelernt hat: „Wenn es zu viel wird, muss ich abschalten.“

Was „innere Leere“ wirklich ist

Innere Leere ist ein Zustand, in dem du dich innerlich nicht verbunden fühlst – weder mit dir noch mit der Welt.

Manche beschreiben es als: „Ich bin da, aber nicht da.“ „Ich fühle nichts.“ „Ich bin wie hinter Glas.“ „Ich bin leer, aber gleichzeitig angespannt.“

Wichtig: Das ist nicht Einbildung. Es ist ein Zustand deines Nervensystems.

Merksatz

Leere ist oft ein Schutz – nicht ein Defekt.

Warum dein System Leere erzeugt

Wenn Gefühle zu intensiv, zu häufig oder zu unberechenbar waren, lernt dein System eine harte Strategie: dämpfen, trennen, abschalten.

In vielen Fällen ist Leere deshalb ein „Bremsmodus“: Dein Körper reduziert Empfindung, um Überflutung zu verhindern.

Das ist vergleichbar mit: Wenn ein Smartphone überhitzt, reduziert es Leistung. Nicht, weil es kaputt ist – sondern weil es sich schützt.

Wie sich Leere anfühlen kann (verschiedene Formen)

Leere ist nicht immer gleich. Häufige Varianten:

1) Taubheit

Du fühlst wenig – aber du bist nicht ruhig. Eher wie „abgeschaltet und nervös“ zugleich.

2) Druck-Leere

In dir ist „nichts“, aber gleichzeitig Druck im Brustkorb oder Bauch. Das ist oft unterdrückte Aktivierung.

3) Sinn-Leere

Du funktionierst, aber alles wirkt bedeutungslos. Dinge, die sonst Spaß gemacht haben, fühlen sich stumpf an.

4) Bindungs-Leere

Du bist mit Menschen, aber fühlst dich innerlich allein. Nicht, weil sie „falsch“ sind – sondern weil dein System auf Distanz geht.

Typische Auslöser im Alltag

Leere kommt häufig nach intensiven Phasen:

Streit • Trigger • Konflikte • Nähe & dann Distanz • Überforderung • zu viele Entscheidungen • Schlafmangel • zu viel Input

Besonders oft passiert es: nach emotionaler Überflutung. Dein System „macht zu“ – um dich zu stabilisieren.

Warum Leere oft falsch verstanden wird

Viele Betroffene denken: „Dann bin ich eben kaputt.“ Oder: „Dann ist mir alles egal.“

Aber Leere bedeutet nicht: egal. Leere bedeutet oft: zu viel.

Es ist ein Zeichen, dass dein System regulieren will – nur eben auf eine harte Art.

Wichtige Erkenntnis

Leere ist häufig ein Übergangszustand zwischen „Überflutet“ und „wieder verbunden“.

Was wirklich hilft (ohne Phrasen)

Ziel ist nicht, Leere „wegzudrücken“. Ziel ist, wieder Kontakt herzustellen: zum Körper, zur Realität, zu dir.

1) Mikro-Verbindung statt „großer Sinn“

Wenn Leere da ist, suchst du oft nach dem großen Gefühl. Das überfordert. Besser: kleine, echte Signale. Wärme, Wasser, Bewegung, Musik, Dusche, frische Luft.

2) Leere als Information lesen

Frage dich nicht: „Was stimmt nicht mit mir?“ Sondern: „Wovor schützt mich das gerade?“

3) Eine Sache zu Ende machen

Leere ist oft verbunden mit innerer Fragmentierung. Eine kleine abgeschlossene Handlung (Bett machen, Müll raus, 5 Minuten Ordnung) kann dein System überraschend stabilisieren.

4) Beziehung ohne Druck

Wenn du jemanden hast: nicht erklären, nicht analysieren, nicht kämpfen. Einfach da sein – und eine kleine Verbindung zulassen. „Kannst du kurz bei mir sein?“ reicht.

Ein Praxis-Plan für die nächsten 7 Tage

Tag 1–2: Leere protokollieren (ohne Drama)

Wann kommt sie? Nach was? Schreib 3 typische Vorläufer auf (z.B. Streit, Schlafmangel, Distanz).

Tag 3–4: 2-Minuten-Körperkontakt

2 Minuten: Füße spüren, Hände reiben, warmes Getränk, Atem zählen. Nicht meditieren. Nur verbinden.

Tag 5–6: 1 Mikro-Handlung am Tag

Jeden Tag eine Mini-Sache zu Ende bringen. Dein System lernt: „Ich kann wieder wirken.“

Tag 7: Neue Bedeutung

Schreib einen Satz auf: „Leere bedeutet nicht, dass ich kaputt bin. Leere bedeutet, dass mein System schützt.“ Das ist Reframing – aber es wirkt.

Kernidee

Leere ist oft ein Schutzmodus. Wenn du lernst, sie zu lesen statt zu bekämpfen, entsteht wieder Kontakt – Schritt für Schritt.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine Diagnose oder Psychotherapie. Er dient der Orientierung und Psychoedukation.

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